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Bund und Land halten finanzielle Zusagen ein - Jurybericht voller Lob über

die Chemnitzer Bewerbung - Große Ausstrahlungskraft auf Europa denkbar

 

Chemnitz, in dessen Ortsteil „Sonnenberg“ sich unser ganz aktuelles Denkmalobjekt befindet (mehr hier: https://bit.ly/3nhz91a), erhält von Bund und Land jeweils 25 Millionen Euro zur Unterstützung für das Projekt Europäische Kulturhauptstadt 2025. Diese Nachricht stieß bei der Stadt dementsprechend auf große Freude.

 

Oberbürgermeister Sven Schulze dazu: „Über die Zusagen von Bund und Land zur finanziellen Unterstützung bin ich sehr dankbar, zumal die Förderung über den erwarteten Umfang hinausgeht. Damit wird nicht nur die so wichtige Sicherheit in der Planung des Kulturhauptstadtprojekts geschaffen. Für mich ist das ein Zeichen der Anerkennung und des Vertrauens in die Arbeit hier in Chemnitz.“

 

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Auch Kulturbürgermeister Ralph Burghart freut sich über diese Unterstützung: „Ich bin mir sicher, dass die Gelder des Bundes und des Freistaates weitere Unterstützungsbotschaften und Beiträge von Partnern auslösen werden, so dass das Kulturhauptstadtprogramm wie geplant mit großer Strahlkraft für Europa umgesetzt werden kann. Ich danke allen, die sich in Bund und Land für diese Unterstützung eingesetzt haben, insbesondere natürlich dem Team von Ferenc Csák, unserem Projektleiter.“

 

Nachdem Chemnitz am 28. Oktober 2020 von der europäischen Jury für den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland empfohlen wurde, hat nun die Jury ihr Votum schriftlich begründet. In dem jetzt veröffentlichten Bericht erläutert die Jury ihre Entscheidung zu jeder Stadt, die sich für die Schlussrunde im Wettbewerbsverfahren qualifiziert hatte. Der Jurybericht ist hier https://chemnitz2025.de/jurybericht/ öffentlich einsehbar.

 

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Die Jury begründet ihre Entscheidung für Chemnitz dabei wie folgt: Im Januar 2019 hatte der Stadtrat bereits seine neue Kulturstrategie für die Jahre 2018 bis 2030 unter dem Titel „Kultur Raum geben“ verabschiedet. Es ist offensichtlich, welch große Rolle der Titel Kulturhauptstadt Europas in der kulturellen Entwicklung der Stadt spielt und wie er dazu beitragen kann, die „kreativen Macherinnen und Macher sichtbar zu machen“.

 

Erst vor Kurzem wurde die Strategie an die aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie angepasst. In diesem Rahmen ist unter anderem der Ausbau der strukturellen Kapazitäten im Bereich der Digitalisierung vorgesehen. Die Jury findet diese Flexibilität angemessen. Auch der Vorschlag, eine digitale Plattform (maker-space.eu) aufzubauen, mit der analoge und digitale Aktivitäten zusammengebracht und der europäische Austausch gefördert werden können, sowie diese Plattform zu einem der wesentlichen Vermächtnisse des Kulturhauptstadt-Projekts zu machen, wird positiv bewertet.

 

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Die zusätzlichen Fördermittel für digitale Pilotprojekte zeigen, dass Chemnitz seine Verpflichtung zur Unterstützung des Sektors in den aktuell schwierigen Zeiten sehr ernst nimmt. Die Grundlage für den Kompetenzaufbau bildet die „Europäische Werkstatt für Kultur und Demokratie“ mit verschiedenen umfangreichen Programmen, in deren Rahmen Menschen zusammenkommen und voneinander lernen können. Dazu gehören z. B. die „Akademie der Autodidakten“, die „Festival Ateliers“, ein Programm, das den Europa-Mittelmeerraum umfasst, und das „MBA für kulturelle und kreative Unternehmer“.

 

Allgemein kann festgestellt werden, dass zwischen dem Kulturhauptstadt-Projekt und der Kulturstrategie der Stadt eindeutige Verbindungen geschaffen wurden, die in dem Bewerbungsbuch sehr gut erläutert werden. Darüber hinaus wird im Bewerbungsbuch vorgeschlagen, die 24 umliegenden Gemeinden und Städte in eine gemeinsame Kulturregion zu integrieren. Auch dies wird von der Jury positiv bewertet.

 

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Der strategische Fokus der kulturellen Programme liegt vor allem auf einer Zusammenarbeit im Rahmen von thematischen Partnerschaften; und langfristig gesehen darin, die Region über ein nachhaltiges Konzept für einen kulturellen, kreativen Macher-Tourismus zu vereinen. Obwohl der letzte Punkt sehr vielversprechend erscheint, wird er nicht besonders konsistent beschrieben. Diese Maßnahmen sollen die Grundlage für eine zukünftige regionale Kulturstrategie 2030 bilden. Nach Ansicht der Jury hat dieses Vorhaben gute Aussichten.

 

Pläne in Verbindung mit der Auswertungs- und Monitoringphase sehen detaillierte Untersuchungen bis 2030 vor (z. B. durch den „Chemnitz Monitor“), bei denen die gesamte Region einbezogen wird. Bei der Datenerfassung und -analyse wird vor allem auf eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gesetzt (z. B. über eine Umfrage-App und mithilfe eines Gamification-Ansatzes). Die in der Bewerbung festgelegten Ziele stimmen mit den Zielen der UN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung überein.

 

Die Absicht, den Ruf der Stadt (bzw. ihr Selbstbild) über den Aufbau von umfassenden translokalen Macher-Gemeinschaften zu verbessern, ist vielversprechend. Insbesondere können in diesem Zusammenhang die vielseitigen Programme zum Kompetenzaufbau hervorgehoben werden, die im Rahmen der „Europäischen Werkstatt für Kultur und Demokratie“ geplant sind.

 

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Das Konzept, die „stille Mitte“ zu aktivieren, ist sowohl lokal als auch auf europäischer Ebene von großer Relevanz. Im Rahmen der interessanten Ausstellung „Offener Europäischer Prozess“ wird die Möglichkeit eines Austauschs über die jüngste Terrorismus-Vergangenheit von Chemnitz (Nationalsozialistischer Untergrund) mit verschiedenen Partnerstädten geschaffen. Darüber hinaus gibt es wertvolle Kontakte zu anderen Partnerstädten, z. B. früheren Kulturhauptstädten. Besonders im Vordergrund steht dabei die Grenzregion mit der Tschechischen Republik und Polen und die Verbindung zu den früheren Kulturhauptstädten Breslau, Krakau und Pilsen.

 

Der enge Bezug zu Manchester und die Erforschung des industriellen Erbes der Textilindustrie in den beiden Städten (z. B. im Rahmen des Projekts „Europäisches Manchester“) sind ebenfalls von besonderer Bedeutung. Mit seiner Kulturstrategie hat Chemnitz das vielversprechende Potential ein internationales Publikum zu erreichen.

 

Das gesamte Programm basiert auf einem soliden Bottom-Up-Ansatz, in den sowohl lokale als auch internationale Künstler integriert werden. Das Vorzeigeprojekt „3000 Garagen“ zeichnet sich nicht nur durch seine Offenheit aus, sondern auch dadurch, dass sich eine Vielzahl von Bürgern und Besuchern daran beteiligen kann. Erforderlich sind in diesem Zusammenhang aber noch genaue Pläne zur Überwachung und Organisation des gesamten Projekts. Die langfristigen Pläne zur Schaffung einer „Akademie der experimentellen Künste“ (2027) als Zentrum für Kunst, Wissenschaft und Technologie haben das große Potential, zukünftige Innovationen zu ermöglichen. Die Akademie könnte somit zu einem bedeutsamen Vermächtnis des Kulturhauptstadt-Projekts werden.

 

Die Bewerbung zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Programmlinie ein Programm zum Kompetenzaufbau zugeordnet werden kann. Insgesamt lässt sich allerdings sagen, dass die künstlerische Vision, die eine Verbindung zwischen den verschiedenen Projekten schaffen könnte, noch nicht ausreichend herausgearbeitet wurde. Erst durch diese verbindende Vision erhalten die Projekte einen tieferen Sinn und eine größere internationale Anziehungskraft.

 

Die Bewerbung profitiert von einem großen politischen Engagement auf mehreren Ebenen. Der neu gewählte Stadtrat bestätigte im Juli 2020 seine Unterstützung. Darüber hinaus wird das Kulturhauptstadt-Projekt auch durch die Region und das Land Sachsen aktiv unterstützt. Der geplante Infrastrukturausbau könnte nicht nur die Lebensqualität in der Stadt verbessern, sondern vor allem bessere Arbeitsbedingungen für den kulturellen und kreativen Sektor schaffen.

 

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Durch die verschiedenen gemeinschaftlichen Projekte und Aktivitäten (z. B. die „Parade der Apfelbäume“ und „Öffentliche Räume“), an denen die Chemnitzer Bürger und Bürgerinnen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligt werden sollen, wird der Bottom-Up-Ansatz besonders deutlich.

 

Jedes der vier Dezernate der Stadt verfügt über eine Möglichkeit der „Bürgerbeteiligung“. Dadurch wird gezeigt, wie wichtig das Engagement der Bürger und Bürgerinnen für die Stadt Chemnitz ist. Initiativen wie der „Freundeskreis Chemnitz“, das Freiwilligenprogramm und die geplanten sportlichen Aktivitäten sind wichtig, um eine umfassende Beteiligung der Bürger sicherzustellen. Ein weiteres programmübergreifendes Thema ist zu Recht die Barriere-Freiheit, die besonders bei dem „Europäischen Traumkonzert“ zum Tragen kommt. Die Beteiligung von Studenten, Jugendlichen und Schulen an generationsübergreifenden und inklusiven Projekten sowie an Projekten zur Schulung der Medienkompetenz wird ebenfalls positiv bewertet.

 

Interessanterweise umfassen die strategischen Maßnahmen zum Audience Development, d. h. zum Erreichen und Einbinden der entsprechenden Zielgruppen, sowohl den kreativen Tourismus als auch gemeinschaftliche Aktivitäten in der Region. Dadurch werden nicht nur die Einwohner der Stadt, sondern auch ihre Besucher angesprochen.

 

Die im Bewerbungsbuch vorgestellte EU-Förderstrategie ist umfassend und sehr detailliert ausgearbeitet. Sie beinhaltet spezifische Angebote zum Kompetenzaufbau in dem entsprechenden Bereich, was von großem Vorteil ist. Die Strategie für private Investitionen ist überzeugend. Das geschätzte Infrastruktur-Budget steht im Einklang mit der Bewerbung (30.500.000 Euro) und ist überzeugend mit den verschiedenen Programmlinien verknüpft. Die strukturellen Pläne für die Umsetzung der Programme sind realistisch. Die Besetzung des geplanten Aufsichtsrats ist sehr ausgewogen, da verschiedene Repräsentationsebenen vertreten sind.

 

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Zu guter Letzt hat das Macher-Konzept ein großes Potenzial, vor allem in Bezug auf seine Ausstrahlungswirkung auf ganz Europa. Die dazugehörige Marketing-Strategie ist gut darauf abgestimmt. Weitere Stärken sind der Social-Media-Ansatz, die Medien-Macher-Strategie und das Open Mobile Marketing (digitales Marketing über Smartphone, Tablet und andere digitale Plattformen).

 

Die Jury ist  in ihrer abschließenden Betrachtung der Ansicht, dass das Ziel, eine europäische Gemeinschaft von kreativen Machern aufzubauen, auf einem soliden Bottom-Up-Ansatz basiert. Es fügt sich darüber hinaus nahtlos in die Kulturentwicklungsstrategien der Stadt und der Region ein. Seine wichtigsten Vorteile sind der partizipatorische Ansatz und die damit verbundenen umfassenden Programme zum Kompetenzaufbau.

 

Das Engagement und die Unterstützung für das Projekt auf den verschiedenen regionalen Ebenen sind sehr überzeugend. Die langfristig geplanten Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur und die Stadtentwicklung sind konsistent und stehen im Einklang mit einem spannenden Kulturprogramm, in dem die Herausforderungen der Stadt deutlich angesprochen werden. Das Programm könnte eine große Ausstrahlungswirkung auf ganz Europa entwickeln.

 

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